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Inspirierende Ansätze

AmsterdamDer ‘Amsterdamer Ansatz’: Inklusion für anerkannte Geflüchtete

Was ist inspirierend?

Amsterdam entwickelt seit 2007 spezielle Inklusionsmaßnahmen für anerkannte Geflüchtete. Dank dieser langjährigen Erfahrung erkannte die Kommune 2015 im Zusammenhang mit den steigenden Migrationszahlen schnell die Defizite der nationalen Asyl- und Integrationspolitik. Als Antwort auf die neue Situation entwarf die Stadt ein Jahr später, 2016, proaktiv ein Programm aus intensiven, dauerhaften und maßgeschneiderten Unterstützungsmaßnahmen für anerkannte Geflüchtete – im Rahmen des ‘Amsterdamer Ansatzes’.

Wie funktioniert der Ansatz?

Die Maßnahmen sind ‘intensiv’, da Geflüchtete in Amsterdam bis zu drei Jahre lang soziale Unterstützung (Beratung) erhalten können, und zwar ab dem Zeitpunkt der Anerkennung ihres Status. Das Coaching konzentriert sich auf die Entwicklung eines maßgeschneiderten Aktionsplans mit kurz- und langfristigen Zielen. Die Stadtverwaltung handelte als eine der ersten kommunalen Akteure eine Vereinbarung mit der niederländischen Zentralbehörde für die Aufnahme von Geflüchteten (COA) aus, die sicherstellt, dass Geflüchtete schon während ihres Aufenthalts in den Aufnahmezentren mit dem Programm beginnen können. Das Programm konzentriert sich auf ergänzende Maßnahmen in verschiedenen Bereichen (Arbeit, Bildung, Gesundheitsfürsorge, Wohnen, Beteiligung). ‘Intensiv‘ bedeutet auch ‘persönlich‘, denn spezielle ‘Fallmanager:innen‘ und Sozialarbeiter:innen unterstützen anerkannte Geflüchtete in Amsterdam. Diese Fallmanager:innen arbeiten mit dem niederländischen Flüchtlingsrat, Arbeitsvermittler:innen, Einkommensberater:innen und anderen Spezialisten zusammen. In vielen niederländischen Gemeinden betreuen die Fallmanager:innen bis zu mehrere hundert Geflüchtete, wobei die Unterstützung für einen kürzeren Zeitraum gewährt wird. In Amsterdam betreuen sie maximal 50 Personen gleichzeitig, um eine individuelle Betreuung zu gewährleisten.

Was ist das Ergebnis?

Laut der städtischen Jahresberichte ist die Arbeitsmarktbeteiligung von Geflüchteten in Amsterdam von 31% im Jahr 2017 auf 37% im Jahr 2020 gestiegen. Im Gegensatz dazu liegt die Arbeitsmarktbeteiligung von Geflüchteten in anderen niederländischen Großstädten zwischen 22-29%, mit Ausnahme von Eindhoven. Darüber hinaus ist die Arbeitsmarktbeteiligung von geflüchteten Frauen in Amsterdam seit 2020 (19%) höher als in allen anderen niederländischen Großstädten (5-11%).

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