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Inspirierende Ansätze

Barcelona‘Documento de vecindad’ (Nachbarschaftsdokument): Stärkung der Aufenthaltssicherheit

Was ist inspirierend?

Seit 2017 kann das von der Stadtverwaltung ausgestellte ‘documento de vecindad’ (Nachbarschaftsdokument) Menschen ohne dokumentierten Status helfen, ihre Zugehörigkeit in Barcelona nachzuweisen. Voraussetzung für die Beantragung ist, dass Antragstellende in einer ‘irregulären’ Situation leben, mindestens 18 Jahre alt sind, nachweislich seit mindestens 12 Monaten in Spanien leben und vor der Antragstellung kontinuierlich bei der Stadtverwaltung von Barcelona registriert waren (empadronamiento).

Wie funktioniert das Dokument?

Das Nachbarschaftsdokument ist ein Jahr lang gültig. Es kann in Fällen von Inhaftierung und Abschiebung als Beweismittel verwendet und von Richter:innen und Gerichten, die über solche Angelegenheiten entscheiden, berücksichtigt werden. Das von der Stadt beglaubigte Dokument bescheinigt die Zugehörigkeit der Person zur Stadt. Im Gegensatz zum Ausweis der Stadt New York, der den Inhaber:innen Zugang zu öffentlichen sozialen und kulturellen Diensten ermöglicht, dient das ‘documento de vecindad’ in erster Linie dazu, den Aufenthalt in Spanien für mindestens 12 Monate nachzuweisen. Dies ist nach spanischem Recht der Mindestzeitraum, der für die Legalisierung des Aufenthaltes erforderlich ist. Das Dokument ist jedoch nicht rechtsverbindlich, so dass es im Ermessen der Einwanderungsbehörden liegt, ob sie es akzeptieren.

Was ist das Ergebnis?

Die Ergebnisse des ‘documento de vecindad’ sind aus politischer und symbolischer Sicht zweifellos positiv. Barcelonas Nachbarschaftsdokument kann als eine der ersten echten Schutzmaßnahmen in Europa betrachtet werden, die dem US-amerikanischen Modell der ‘Sanctuary City’ folgt.

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