Inspirierende Ansätze

Rottenburg‘Paten’ - Ein ehrenamtliches Mentoring-Projekt

Was ist inspirierend?

Mit der Einrichtung eines auf ehrenamtlicher Arbeit basierenden Mentor:innenenprogramms bewies Rottenburg, dass bürgerschaftliches Engagement ein wichtiger Teil nachhaltiger Inklusionsmaßnahmen sein kann. Die Idee ist einfach: Die Stadt ermöglicht Mentoring-Beziehungen, indem sie Freiwillige mit Geflüchteten zusammenbringt und während des gesamten Prozesses Betreuung anbietet. Das Projekt startete 2015 und besteht bis heute. Sein Erfolg hat die Stimme des vergleichsweise kleinen Rottenburgs im nationalen Migrationsdiskurs erheblich gestärkt.

Kontakt

Stadtverwaltung Rottenburg am Neckar

E-Mail: willkommenskultur@rottenburg.de

Wie funktioniert das Projekt?

Die Gemeinde ermutigte insbesondere Jugendliche, Schüler:innen und Studierende, Gleichaltrigen beim Deutschlernen oder bei Schularbeiten zu helfen. Interessierte füllen einen Fragebogen mit Angaben zu Beruf, Hobbys, Fremdsprachenkenntnissen und den zeitlichen Kapazitäten aus. Nach einem persönlichen Gespräch zwischen der städtischen Koordinator:in und den potenziellen Pat:innen, helfen Sozialarbeiter:innen dabei, die Freiwilligen mit passenden Partner:innen zusammenzubringen. Die ersten Treffen finden an neutralen Orten wie Cafés statt.

Was ist das Ergebnis?

Bis Ende 2016 meldeten sich rund 50 Interessierte, die als Paten tätig werden wollten. Das Treffen im Rottenburger Rathaus im Dezember 2016 war der Startpunkt für ein Netzwerk von Patenschaften und professioneller Unterstützung für die Freiwilligen. Die Stadt setzte sich dafür ein, das Modell dauerhaft zu fördern. Der damalige Bürgermeister Volker Bednarz kündigte an, als Stadt künftig verstärkt für das Patenschaftsmodell zu werben. Damit wolle Rottenburg denen entgegentreten, „die eine flüchtlingsfeindliche Stimmung im Land schüren“, so Bednarz. Das Projekt läuft bis heute.

Wer hat das Projekt initiiert? Wie?

Nachdem die Zahl der ankommenden Geflüchteten im Sommer 2015 stark anstieg, startete Rottenburg ein eigenes Patenschaftsprojekt. Zu diesem Zeitpunkt waren rund 30 hauptamtliche Sozialarbeiter:innen im Einsatz – für fast 600 Geflüchtete. Umgerechnet auf die Wochenarbeitszeit waren das kaum mehr als 1,5 Stunden Betreuung pro Person. Aus diesem Grund begann die ‘Flüchtlingskoordinator:in’ der Stadt interessierte Bürger:innen zu suchen, die den Neuankömmlingen neben den zahlreichen bestehenden Gruppenaktivitäten auch auf individueller Ebene helfen können.

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