Moving Cities
Inspirierende Ansätze

GentDie Genter Refugee Taskforce

Was ist inspirierend?

Als Gent 2015, wie viele andere europäische Städte, mit einer wachsenden Zahl von Geflüchteten und Asylbewerber:innen konfrontiert war, beschloss die Stadt, mit eigenen Maßnahmen über die nationalen Vorgaben hinauszugehen. Gent begann, Neuankömmlinge unabhängig von ihrem rechtlichen Status bei der Inklusion zu unterstützen. Um diesen innovativen und einzigartigen Ansatz zu koordinieren, richtete Gent mit voller Unterstützung des Stadtrats eine Taskforce für Geflüchtete ein.

Kontakt

Refugee-Taskforce der Stadt Gent

E-Mail: asiel.vluchtelingen@stad.gent

Wie funktioniert die Taskforce?

Die Erfolgsgeschichte der Refugee-Taskforce lässt sich auf vier Aspekte zurückführen.

  1. Erstens verfolgt Gent einen integrierten und proaktiven Ansatz. Neuankömmlinge erhalten am Tag ihrer Ankunft in Gent wichtige Dienstleistungen und Kontakte zu relevanten Organisationen. Das dient einem doppelten Ziel: Der Inklusionsprozess beschleunigt sich, während Organisationen und Bürger:innen die Neuankömmlinge kennenlernen können. Dieses Vorgehen soll Vorurteile abbauen.

  2. Ein zweiter Erfolgsfaktor ist die Partnerschaft zwischen städtischen sozialen Diensten, NGOs, Organisationen der Zivilgesellschaft und einzelnen Bürger:innen. Vor diesem Hintergrund richtete Gent drei Arbeitsgruppen ein, die sich mit Fragen der Aufnahme, Inklusion und Sensibilisierung befassen.

  3. Drittens erstellte die Refugee-Taskforce ein umfassendes Maßnahmenpaket, um Asylsuchenden und Geflüchteten bei Herausforderungen des täglichen Lebens zu helfen. Dieser ergebnisorientierte Ansatz geht von ihren konkreten Bedürfnissen aus und unterstützt durch verschiedene Netzwerke in Lebensbereichen wie Wohnen, Bildung, Sprache, Gesundheit und Arbeit.

  4. Viertens stellt die Refugee-Taskforce laut URBACT eine Lösung dar, die auf andere europäische Städte übertragen werden kann.

Was sind die wichtigsten Erkenntnisse?

Die wichtigsten Erkenntnisse sind (1) der proaktive Ansatz zur Unterstützung und Beratung von Asylbewerber:innen, bevor sie ein Aufenthaltsrecht erhalten haben, (2) die Zusammenarbeit zwischen der Stadt und zivilgesellschaftlichen Initiativen in konkreten Projekten und (3) die Pflege dieser Netzwerke durch ein halbjährliches Forum, das relevante Akteure zusammenbringt, um Themen und Zielgruppen zu diskutieren.

Wer hat das Projekt initiiert? Wie?

Die Taskforce für Geflüchtete in Gent wurde eingerichtet, um Neuankömmlingen bei ihrer Ankunft in der Stadt von Beginn an zu helfen. Im Mittelpunkt stand dabei ein zusätzliches Inklusionsprojekt in Form eines Bootes im Hafen von Gent. Das sogenannte ‘Reno-Boot’ bildete den Ausgangspunkt für eine engere Zusammenarbeit zwischen der Stadt und anderen relevanten Organisationen, sowohl vor Ort durch die Unterstützung der neuen Bewohner:innen des Bootes als auch hinter den Kulissen durch thematische Arbeitsgruppen zur Umsetzung eines integrierten Ansatzes.

Was ist neu im Jahr 2023?

Inzwischen ist das ‘Reno-Boot’ als Empfangsort für Geflüchtete zum festen Bestandteil des Genter Hafenviertels geworden. Das Aufnahmezentrum beherbergt derzeit 240 Personen aus 30 verschiedenen Ländern und wird noch bis mindestens Oktober 2023 in Betrieb bleiben.

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